
Die Donauschwaben
"Die Ulmer Schachtel" ein typisches Transportmittel für die Auswanderung auf der Donau
Geografie:
Donauschwaben (auch Donaudeutsche) ist ein Sammelbegriff für die von Ende des 17. Jahrhunderts nach den Kriegen gegen das Osmanische Reich bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die Länder der Ungarischen Stephanskrone ausgewanderten Deutschen. Das Kerngebiet war entlang der Donau in der Pannonischen Tiefebene. Diese Ansiedlungen von deutschsprachigen Bauern und Handwerkern erfolgten unter Karl VI, Maria Theresia und Joseph II. Die Siedler stammten überwiegend aus den südwestlichen deutschen Ländern (Rheinpfalz, Elsass, Lothringen, Baden und Württemberg), in geringerer Zahl auch aus Bayern, Österreich und Böhmen. Diese unterschiedliche Herkunft spiegelt sich auch in der Sprache der Donauschwaben wider. Sowohl die Madjaren als auch die Südslawen nannten sie von Anfang an "Schwaben", obwohl nur ein Teil aus dem heutigen Schwaben stammte.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden diese Schwaben allgemein als Donauschwaben bezeichnet. Die Donauschwaben hatten um die rechtliche Gleichstellung als Staatsbürger und um die Erhaltung ihrer kulturellen Traditionen zu kämpfen. Diese Umstände nutzte das Deutsche Reich, um bei den Donauschwaben nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten. Im Zweiten Weltkrieg kämpften viele Donauschwaben in den ungarischen und rumänischen Armeen an der Seite des Deutschen Reiches. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges flüchteten Zehntausende Donauschwaben meist in den westlichen Teil des Deutschen Reichs. Nach dem Krieg wurden die verbleibenden Donauschwaben entrechtet, enteignet und in vielen Fällen in die Sowjetunion verschleppt.
|

